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Österreichische
Formel 1 Piloten:














Die wahren Geschichten von Männern, Motoren, Mädchen, Millionen, Macht, Mythos und Magie. Sie sind der Faszination Formel 1 erlegen? Wir bieten Ihnen europa-exkusiv die Möglichkeit in ein Cockpit eines Formel 1 Fahrzeuges zu steigen und diese Leistungsdaten von 0-200 km/h in 4 Sekunden und einen Topspeed von über 300 km/h am eigenen Körper zu erleben. Für Details klicken Sie hier.

Sind wir eigentlich verrückt? Wälzen uns sonntags in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett, um gleich den Fernseher einzuschalten. Mit feuchten Händen und trockenem Mund. In unseren Adern pocht der Puls derart rasant, als stehe jemand mit einem Bleifuß auf unserem Herzen.

Warum wir das machen? Weil wir knapp zwei Dutzend Männer sehen wollen, die vermummt in feuerfeste Nomex-Anzüge, nichts Besseres zu tun haben, als superflache PS-Monster in weniger als vier Sekunden auf Tempo 200 zu heizen. Die an der Spitze sein wollen, wenn die Piste ihre erste Kurve schlägt. Weil sonst das Kiesbett droht. Oder das Krankenhaus. Oder schlimmer, die Schande.

Phänomen Formel 1. Mythos. Legende. Sie macht in Bruchteilen von Sekunden aus Männern Helden für die Ewigkeit. Oder Idioten.

Sonntagsfahrer kennen keinen Stress. Wenn sie an der Ampel das Grünsignal um zwei Sekunden verschlafen, hupt höchstens die Kolonne hinter ihnen. Wenn dasselbe aber einem Sonntagsfahrer wie Michael Schumacher passiert, hat sein Gegner die Nase bereits um vier Wagenlängen voran.

Die Formel 1 ist vom Start weg ein dramatischer Sekundenthriller hier entscheidet ein einziger Herzschlag über Sieg oder einen Stockerlplatz. Schon in der ersten Sekunde katapultieren die Piloten ihre Boliden von null auf 40 km/h.

Das Landstraßen-Limit 100 km/h ist nach knapp 2,5 Sekunden erreicht, weitere zweieinhalb Sekunden später jagen die Rasantesten unter ihnen bereits mit Tempo 200 und einer ebenso hohen Pulsfrequenz über die Piste. Das Herz schlägt zu diesem Zeitpunkt fast dreieinhalbmal pro Sekunde. Kein anderer Hochleistungssportler ist derartigen Belastungen wie ein Formel-1-Fahrer ausgesetzt. Ob in er Dunlop-Kehre am Nürburgring oder in der gefürchteten Parabolica in Monza, pro Sekunde schütten Mika & Co. 4,16 Nanogramm Adrenalin aus – doppelt so viel wie Hermann Maier, wenn er sich die Streif hinunterstürzt.

Die Belastung beim Bremsen ist noch größer. Ein Bolide schafft es in 1,9 Sekunden von 200 auf null. Für den menschlichen Körper bedeutet das, dass er durch diesen Einschnitt in der Bewegung Verzögerungskräfte von bis zu 5g ausgesetzt ist: d.h. wiegt der Oberkörper von Mika Häkkinen etwa 45 Kilogramm, wird er beim jähen Stopp mit 225 Kilogramm in die Gurte gepresst. Ein Druck, der ausreicht, dass etwaige Tränen aus den zusammengekniffenen Augen ans Visier des Helmes klatschen. Während des Rennens wirken immerhin noch 2 g auf die Fahrer ein. Eine Belastung, denen die Piloten nicht für ein paar Runden, sondern während einer Zeitraums von gut 90 Minuten durchgehend ausgesetzt sind.

Die Rennfahrer sind nicht die einzigen, die bis an die Grenze ihrer physischen und psychischen Möglichkeiten gehen. An einem Boxenstopp sind 22 Mechaniker beteiligt: Allesamt Akteure, die in Sekundenbruchteilen eine höchst komplizierte Choreografie ausführen. Schon 0,15 Sekunden, nachdem ein Rennwagen vor ihnen zum Stehen kommt, setzen sie die Schlagschrauber auf die vier Radmuttern. Nach 0,8 Sekunden ist der Wagen hinten und vorne aufgebockt. Nach 1,5 Sekunden sitzt, wenn alles klappt, der Einfüllstutzen auf dem Tankverschluss. In einer Sekunde fließen dann zwölf Liter Sprit in den Tank. In sechs Sekunden sind 72 Liter nachgefüllt. Eine halbe Sekunde später springt der "Lollipop-Mann" mit seinem "Brake"/ First Gear" - Schild zur Seite. Jenes Team, das bei diesem Manöver eine Sekunde oder gar nur ein paar Hundertstel davon verliert, kann das später schwer wettmachen. Mika Häkkinens Mechaniker ließen im Jahr 2000 beim Großen Preis von Italien zwei Hundertstel in der Box liegen. Genug, um den Sieg zu verschenken. Wenn es in den vergangenen Formel-l-Saisonen auch an einem dramatischen Foto-Finish fehlte, es gab einen Grand Prix, in dem die Führenden mit einem Abstand von nur einer Hundertstel Sekunde die Ziellinie passierten: beim Großen Preis von Italien 1971. Damals gewann Peter Gethin (BRM) vor Ronnie Peterson (March-Ford). Nicht die einzige Sensation, denn zwischen den ersten vier Plätzen lagen überhaupt nur vier Zehntel Sekunden.

Im Vergleich dazu, was sich in unseren Köpfen abspielt, auch wenn wir nicht gerade Formel 1 schauen, ist das alles aber ein echter Sonntagsspaziergang. Denn sämtliche Nervenreize und Befehle des Körpers werden über elektrische Impulse mit einer Geschwindigkeit von mehr als 2000 Kilometern in der Stunde von einer Nervenzelle an die andere weitergegeben.

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